Jahrestreffen TSW 2023 auf Amrum

Freitag, 10.11.2023, Wiesbaden

Nachdem es schon in wenigen Tage zur diesjährigen Jahreshauptversammlung und dem dazugehörigen Mitgliedertreffen nach Amrum gehen sollte, wurde es langsam Zeit sich um die Anreise zu kümmern. Zumal es sich bei den nordischen Gefilden der Republik für meine liebe Frau und mich eher um ein „Buch mit sieben Siegeln“ handelte. Nun denn, dass Amrum eine Insel war und wir ausschließlich mittels einer Fährfahrt den Betreiberstandort unseres diesjährigen Gastgebers Hinrich Friedrichs erreichen können würden, dass wussten wir dann schon. Sehr viel mehr aber auch nicht, wie sich herausstellen sollte:
„Du, schau mal“, sagte ich zu meiner lieben Gattin, während ich ungläubig auf meinen EDV-Bildschirm starrte, „wenn ich das richtig sehe, dauert alleine die Fährfahrt vom Festland auf die Insel volle zwei Stunden!“
„Und die Autofahrt?“
„Ohne Pausen etwa 8,5 Stunden. Und die passendste Fährüberfahrt ist um 15:05 Uhr!“
„Ach du liebe Güte! Da müssten wir ja mitten in der Nacht losfahren…“
Um allem Unbill aus dem Weg zu gehen beschlossen wir also, einen Tag früher loszufahren und in Lüneburg eine Übernachtung einzuplanen.

Dienstag, 14.11.2023 – Anreisetag (Teil I)

Da ich vormittags noch einen wichtigen Gesprächs-T(H)ermin in Wiesbaden hatte, konnten wir erst nachmittags von zuhause abfahren. So erreichten wir erst gegen 20:00 Uhr unser Lüneburger Domizil.

Mittwoch, 15.11.2023 – Anreisetag (Teil II)

Nach dem Frühstück ging es dann direkten Weges nach Dagebüll. Schon auf dem Inselparkplatz gab es das erste „Hallo“ mit Tagungs-Teilnehmern, die sich im Hafenbistro und auf der Fähre fortsetzten. Nach der „Landung“ im Hafen von Wittdünn wurden wir schon von der Amrumer-Inselbahn, dem „Insel-Paul“ erwartet und von dessen Betreiber Hinrich Friedrichs (gemeinsam mit seiner lieben Frau Birgit Gastgeber des diesjährigen TSW-Jahrestreffens) freudig begrüßt.
Nach Belegung der Zimmer im Hotel Friedrichs und einem zünftigem „Fisch-Essen“ im Hotel Restaurant ging es zur „inselluftgeschwängerten“ Nachtruhe!

Donnerstag, 16.11.2023

Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir mit der blau weißen Bimmelbahn „Insel-Paul“ in den Wald. Da waren zwar keine „Räuber“, aber spannend wurde es trotzdem. Wir durften nämlich alle „boßeln“! Was das ist, „boßeln“? Noch nie etwas davon gehört? Na ja, um ehrlich zu sein: Auch Andrea und ich hatten Anfangs keinen blassen Schimmer, worum es sich dabei handelte. Bis wir selbst in zwei unterschiedlichen Mannschaften (von max. 8 Teilnehmern) nach den folgenden Regeln antreten durften: Auf (mehr oder weniger) trockenen Waldwegen werfen die (in unserem Fall 5) Mitglieder zweier Teams abwechselnd eine 475 g schwere Kugel aus Kunststoff mit einem Durchmesser von 58 mm so weit wie möglich in Richtung einer ca. 4-6 km langen Strecke. Die Mannschaft, deren Kugel zurückliegt, hat den nächsten Wurf. Das Team, das insgesamt die wenigsten Würfe benötigte, übertritt die Ziellinie als Gewinner. Ich muss sagen, dass das gemeinsame „Boßeln“ richtig Laune machte, zumal uns nach der Ziellinie Glühwein und eine leckere Kartoffelrahmsuppe als „Belohnung“ erwartete. Überhaupt stand natürlich der gemeinsame Spaß zweifelsohne im Vordergrund. Aber dass unser Team schlussendlich (mit nur einem Punkt Rückstand) den zweiten Platz belegte, hat mich dann doch gefreut. Hinzu kam, dass Birgit und Hinrich das Ganze hervorragend vorbereitet und zum Beispiel für jeden „Bosseler“ einen TSW-Rucksack mit Trinkbecher (natürlich auch mit TSW LOGO versehen) besorgt hatten.

Nach einer Stärkung in einem urigen Inselcafé mit Kaffee und Kuchen (oder mit dem norddeutschen „Nationalgetränk“ Tee!) hatten wir die Freude (und Ehre) von Kai Quedens, einem Nachfahren einer der bekanntesten Vertreter der Inselgeschichte, einem unterhaltsamen und interessanten Vortrag lauschen zu dürfen: Der Amrumer Volkert Quedens ergriff 1889 die Initiative zur Gründung des Badeorts Wittdün und errichtete ab 1889 das „Central Hotel“ das er 1891 an Heinrich Andresen verkaufte. Dieser gründete eine Aktiengesellschaft, erwarb von dem Helgoländer Paul Jansen Köhn ein weiteres Hotel mit allen Konzessionen und schuf bereits 1892 mit dem „Kurhaus“ an der Südspitze von Wittdün und dem Hotel „Kaiserhof“ die Grundlage des Amrumer Insel-Tourismus. Hilfreich dabei war, dass – anders als in vielen anderen Seebädern – auch größere Schiffe vor der Insel anlegen konnten. Ab 1893 folgte ein weiteres touristisches „Highlight“: die Amrumer Inselbahn. Nach einem anfänglichen Probebetrieb auf der Strecke Wittdün–Wittdün Strand folgte 1901 der Bahnbetrieb auf der Strecke Wittdün–Nebel. 1902 wurde die Fahrstrecke bis Norddorf-Hafen auf etwa 14 km erweitert. Da die Inselbahn zeit ihres Bestehens Verluste einfuhr, wurde sie 1939 eingestellt. In der „ideellen Nachfolge“ betreibt nun unser Kollege Hinrich Friedrichs seit über 20 Jahren die schienenunabhängige „Amrumer Inselbahn“ und gemeinsam mit seiner Birgit das Hotel Friedrichs, das sogar auf eine 125-jährige Tradition zurückblicken kann.
Hier endete dann auch unser spannender, erster „Insel-Tag“. Im Hotel-Restaurant bei einem zünftigen Abendessen mit anschließender Siegerehrung aller „Bosseler“.

Freitag, 17.11.2023

Nach dem Frühstück fuhren die Tagungsteilnehmer mit der Inselbahn zum „STRAND 33“. Die Location der diesjährigen Tagung, veranlasste den einen oder anderen Teilnehmer zu der Aussage: „Na das ist ja mal eine Aussicht!“ Der Ausblick auf einen weißen Sandstrand mit einem klassischen Holzsteg, der in das weite Wasser der Nordsee führte, animierte den ein oder anderen Sitzungsteilnehmer dazu, hin und wieder aus dem Fenster schauen zu wollen. Was der Veranstaltung durchaus gut tat und sicher dazu beitrug, dass das Tagungsprogramm gutgelaunt und erfolgreich abgearbeitet wurde. Nach den üblichen Regularien, die bei einer solchen Veranstaltung unabdingbar sind, kam es zu lebhafter Diskussion über allgemeine Probleme, die derzeit alle Branchen beschäftigen (Personalnot, steigende Rohstoffpreise, überbordende Bürokratie usw.). Unterbrochen von einer Mittagspause mit deftiger Suppe. Die Repräsentanten der Bahnhersteller Sightseeing-Train, Rügen und City-Train, Regensburg stellten ihr aktuelles Angebot vor. Ein Zoom-Meeting mit der Firma Dotto sowie die Vorstellung des Ticket- und Kassenproduzenten Becker-Billet aus Hamburg rundeten die diesjährige Jahreshauptversammlung inhaltlich ab, bevor uns einige Stunden später an gleicher Stelle ein leckeres kalt/warme Buffet kredenzt wurde. Leider merkte ich schon auf dem Weg zurück ins Hotel, dass ich mir etwas „eingefangen“ hatte …

Samstag, 18.11.2023

… nämlich eine grippeartige Infektion (kein Corona – das kam erst nach Amrum)! Somit musste ich den Tag in unserem (wunderschönen) Zimmer des hinter dem Hotel liegenden „Bernsteinhaus“ verbringen. Andrea berichtete mir dann nach ihrer Rückkehr von einem interessanten Schiffs-Ausflug zu den vor den Inseln gelegenen Seehundbänken. Los ging es mit der Amrumer Inselbahn zur Anlegestelle der „MS EILUN“. Die Fahrt bei typisch „Amrumer-Novemberwetter“ (so wie sich dies ein „unwissender“ Festlandbewohner gemeinhin vorstellt) zu den vor der Insel gelegenen Seehundbänken. Nach dem Ansteuern einer zweiten Sandbank waren dann auch mehrere der possierlichen Säugetiere zu sehen. An Bord gab es noch einen kleinen Vortrag über allerlei „heimisches Getier“ bei dem die Passagiere Seesterne und diverse Muschelarten zu Gesicht bekamen. Zur Überraschung aller luden Hinrich und Birgit dann zum Abschluss der diesjährigen Jahreshauptversammlung alle Anwesenden zu einem gemeinsamen Abendessen ein.

Sonntag, 19.11.2023

Mit der Inselbahn ging es mit dem „Insel Paul“ nach dem Frühstück zum Fähranleger in Wittdün. Nach dem Verlassen der Fähre und auf dem großen Parkplatz in Dagebüll kam es zu letzten Umarmungen. Dann ging es wieder in Richtung Heimat …